Dermatologie für Tiere

Juckreiz

Juckreiz ist eine unangenehme Empfindung, die dazu führt, dass sich Hunde und Katzen kratzen, reiben, lecken, beissen oder häufig wälzen. Infolgedessen treten oft Hautveränderungen wie Rötungen, Krusten und Haarausfall auf.

Um dem Tier bestmöglich zu helfen, ist es wichtig, die auslösende Ursache für den Juckreiz herauszufinden. Mögliche Auslöser sind:

  • Parasiten: Flöhe, verschiedene Milben (z.B. Fuchsräude). Die am häufigsten bei Hund und Katze vorkommenden Milben sind Sarkoptes und Demodex Milben
  • Allergien: Futtermittelallergie, Umweltallergie (atopische Dermatitis)
  • Flohspeichelallergie
  • Infektionen mit Bakterien und/oder Hefepilzen

Hautparasiten können mit dem Flohkamm oder mit Hautgeschabseln und anschliessender mikroskopischer Untersuchung festgestellt werden. Bei der Therapie ist es wichtig, dass immer alle Tiere im Haushalt sowie die Umgebung behandelt werden. Unter Umständen können auch Menschen von den Parasiten befallen werden und verspüren dann auch Juckreiz (Zoonose).

Allergien treten meist schon in den ersten Lebensjahren auf und sind normalerweise eine lebenslange Erkrankung. Häufig vom Juckreiz betroffene Körperstellen sind Ohren, Augen, Pfoten, Achseln, Bauch und Anus. Bei der Futtermittelallergie reagiert das Tier individuell auf ein oder mehrere Nahrungseiweisse. Neben Juckreiz können auch Magen-Darm-Probleme vorliegen.

Zur Diagnose einer Futtermittelallergie muss eine 6-8-wöchige strikte Ausschlussdiät mit einem Spezialfutter durchgeführt werden. Die Flohspeichelallergie kann mit einer regelmässigen Flohprophylaxe diagnostiziert und behandelt werden. Die Diagnose einer Umweltallergie auf Hausstaub- und Vorratsmilben, Gräser, Pollen etc. kann erst gestellt werden, wenn die beiden anderen Allergietypen ausgeschlossen sind. Dann können die auslösenden Allergene in einem Blut- oder Hautallergietest festgestellt werden und eine Desensibilisierung kann begonnen werden.

Infektionen mit Bakterien und/oder Hefepilzen treten normalerweise sekundär auf. D.h. in Folge einer anderen zugrundeliegenden Hauterkrankung, durch die das Hautmilieu verändert wird und somit das Wachstum von diesen Mikroben begünstigt wird. Die Diagnose wird durch die mikroskopische Untersuchung von einem Hautabklatschpräparat gestellt.

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